vorhang auf…retweet

Puppenspieler ist wahrscheinlich einer der Berufe, vor denen uns die Eltern immer gewarnt haben: “Junge, mach was vernünftiges!”. Mir fallen im Jahr 15 nach dem Abitur allerdings noch ganz andere Sachen ein, vor denen ich mich selbst am liebsten gewarnt hätte. Manchmal wünschte ich mir das Szenario aus “Züruck in die Zukunft II” herbei: Dort klaut der alte Biff im Jahr 2000-x einen Sportalmanach und reist damit in die Vergangenheit. Sein junges Ego begrüßt er mit einem herzhaften Tritt vor’s Knie, nur um ihm dann zu sagen, welch Schatz er sich mit dem Jahrbuch geangelt hat. Daraufhin setzt der junge Biff auf das richtige Pferd, zieht eine Casinokette hoch, und die Zeitlinie ist verändert. Doc Brown und Marty McFly müssen den Originalzustand wieder herstellen und dafür sorgen, dass die Übergabe nie stattfinden wird.

So verlockend die Vorstellung auch sein mag: Leider kann man sich selbst nicht den Kopf waschen (schon gar nicht, in dem man sich selber gegenübertritt). Viel wichtiger ist, dass jeder das – was er tut – mit voller Überzeugung macht; dann klappt’s auch mit dem Puppenspieler. Die wohl beste Performance auf dem Gebiet der modernen Marionettenkunst ist derzeit allwöchentlich in der Sendung “Zimmer frei” zu bestaunen. Die etwas andere Talksendung, die ursprünglich mal als eine Art Ferienvertretung ins WDR-Programm genommen wurde, hat sich in der Zwischenzeit selbst zum Dauerbrenner entwickelt. Und glücklicherweise sind die Macher nicht der Versuchung erlegen, die Unterhaltungsperle ins Erste zu hieven.

Der Hund Wiwaldi ist ein echtes Highlight; und nicht weniger genial ist der missratene Sprösling “Purzel”. Das Aufeinandertreffen mit der Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß ist einfach herrlich: Westermaaaaaan!

Erstellt am Dienstag 4. Mai 2010
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retromanieretweet

Die “3 Fragezeichen” füllen die Sporthallen des Landes und der Urzeitkrebs aus den Yps-Heften feiert sein großes Comeback. Wenn die Plattenfirmen um Ariola und Europa mit ihren Hörspielklassikern anstatt im Kinderzimmer nun auf dem Ipod landen, kann das nur ein sicheres Zeichen für eine Retrowelle sein; die Generation 30plus räumt das Kinderzimmer auf und wühlt in den alten Heften. In diesem Zusammenhang ist es ja nur mehr als konsequent, dass sich die so genannten “Mixtapes” seit einiger Zeit auch wieder großer Beliebtheit erfreuen. Wer heute was auf sich hält, brennt keine CD oder saugt die Daten auf einen USB-Stick, sondern kramt eine Kassette aus der Schublade, wahlweise mit 60 oder 90 Minuten Laufzeit.

Anfang der 90er Jahre war der Zeitschriftenmarkt für Computer- und Videospiele genauso übersichtlich, wie die Plattformen, auf denen man die Games daddeln konnte. Der Commodore 64 (von eingefleischten Fans liebevoll Brotkasten genannt) war noch eine Macht und der Amiga 500 entwickelte sich zu einem feinen Endgerät für den anspruchsvollen Spieler. Die Ware wurde auf 3,5 Zoll Disketten geliefert und musste im Einzelfall gewechselt werden.

Das gedruckte Wort gab es in Form von Powerplay (München) und ASM (Eschwege). Beide Publikationen stapeln sich noch auf meinem Dachboden und fielen bisher keinem Umzug zum Opfer. Und einmal habe ich mich sogar selbst als Redakteur in München beworben. Es war im Sommer 1995, als ich mir mit einer Renzension von Wing Commander IV einen Platz im Redaktionsteam erschreiben wollte. “WCIV” ist übrigens eines jener Spiele, die damals das Genre des “interactive movie” begründen wollten (das weitaus ältere “Dragon’s Lair” lass ich jetzt mal unter den Tisch fallen); interaktiv bedeutete aber eher, dass das eigentliche Spiel immer wieder durch opulent gefilmte Sequenzen unterbrochen wurde.

In einer der Hauptrollen spielte übrigens Mark “Luke Skywalker” Hamil. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass abgehalfterte Hollywoodstars aus der 2. Reihe gerne mal für den Cast eines Computerspiels verpflichtet wurden; immerhin war für Tom Wilson (“Biff” aus “Zurück in die Zukunft”) auch ein Part dabei. Andererseits hat auch John Rhys-Davis mitgespielt; und der war immerhin zwischen 2001 und 2003 als Zwerg in allen drei Folgen von “Herr der Ringe” zu sehen.

Das Konzept des “interactive movie” blieb allerdings in den Kinderschuhen stecken. Vielleicht waren die Macher rund um Chris Roberts einfach zu früh dran. Immerhin hatte James Cameron die Idee für “Avatar” auch schon Jahre vor der Realisierung des Films. Und nach seiner Aussage hat er die Drehbuchidee auch wissentlich liegen lassen, weil die Technik einfach noch nicht reif war.

Fünfzehn Jahre später haben die interaktiven (Spiel-)Filme den Durchbruch geschafft. Mit Videospiel-Perlen, wie “Mass Effect”, “Uncharted” oder “Heavy Rain” für die PS3 und XBOX360 ist das Genre entabliert; und das ganz ohne Schauspieler. “Wing Commander” hat übrigens noch den Sprung ins Kino geschafft; gedreht wurde in Luxemburg. Warum Mark Hamil nicht mitspielen durfte, weiß ich nicht. Seine Rolle hat Freddie Prinze Jr. übernommen. Wer auch nicht fehlen durfte: der deutsche Hollywood-Export Jürgen Prochnow und David Warner. Ein großer Erfolg war der Streifen allerdings nicht.

Erstellt am Mittwoch 24. März 2010
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