mir wird gerade bewusst, wie absurd doch diese windows-kästen sind: Anmeldemeldung (siehe Bild); welch absurdes Wort. 24.08.2010
gewitterwolken können sehr bedrohlich sein, vor allem als Läufer in leichten Klamotten, habe mich in Bauwagen geflüchtet, unwirtliche natur! 24.08.2010
Obwohl der Titel manchmal der Realität entspricht, habe ich mir diese Überschrift nicht selbst ausgedacht, denn die gibt’s wirklich. In diesem Jahr lief die gleichnamige TV-Schmonzette mit Hannes Jaennicke und Suzanne von Borsody in den Hauptrollen in mehreren dritten Programmen der ARD. Der Fernsehfilm ist bereits aus dem Jahr 2007 – also eine echte Konserve und eigentlich auch nicht der Rede wert; jedem Cineasten kann ich nur eindringlich das Original mit Tom Hanks und Meg Ryan ans Herz legen.
Wenn ich mir den von Kondensstreifen durchpflügten Himmel über Oldenburg allerdings ansehe, muss ich an einen ganz anderen Film aus Hollywood denken. Im Jahr 1995 (also in dem Jahr, als ich das Abitur machte) kam es auf der großen Leinwand zu einem denkwürdigen Zusammentreffen von Captain James T. Kirk und Captain Jean-Luc Piquard. Im siebten Teil der Science-Fiction-Saga übergaben die altgedienten Recken um Pille, Spock und Co den Staffelstab an die neue Generation der Enterprise.
Der Film hieß dann auch so: Das Treffen der Generationen. Darin versuchte Malcom McDowell (der sich leider in den vergangenen Jahren fast ausschließlich in B-Movies verheizt hat) als Bösewicht Dr. Soran ein nicht weiter erklärtes Paradies zu erreichen, welches als Nexus bezeichnet wurde. Das Eingangsportal ist ein flackerndes Band am Himmel, dessen Route durch die Vernichtung unzähliger Planeten verändert werden muss. Ich habe den Film damals übrigens in einem absoluten Traditionskino in Soest gesehen; kurz danach wurde der Laden dichtgemacht. Die letzte Vorstellung gehörte den Blues Brothers; und danach durfte sich jeder einen Kinosessel aussuchen (vorausgesetzt man hatte das passende Werkzeug dabei). Die kurze Szene habe ich eingefügt. Das Nexus gibt’s ab Sekunde 40.
In den sechs Jahren zwischen 1977 und 1983 sind meiner Meinung nach die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten entstanden; Filme, die das aktuelle Kinogeschehen immer noch maßgeblich beeinflussen. Den Anfang machte 1977 die Mutter aller Blockbustermovies: Mit “Krieg der Sterne – Episode IV: Eine neue Hoffnung” begann George Lucas seine Trilogie mit einer ungewöhnlichen Zählung; auf die Teile IV – VI folgten erst über zwanzig Jahre später die Teile I – III, die zwischen 1999 und 2005 entstanden.
Man könnte meinen, dass der Kinovisionär Lucas die rasante Entwicklung der Industrie vorausgesehen hat und aus diesem Grund schon am Beginn seiner Karriere genügend Munition für den heute üblichen Sequel- und Prequel-Wahn ansammelte. Auch die Rechte an den Verkäufen aus den Begleitgeschäften (neudeutsch: Merchandising) hatte sich der geschäftstüchtige Regisseur damals gesichert. Die Manager des zuständigen Filmverleihs werden ob dieses Coups sicherlich noch heute kräftig in die Tischkante beißen, wenn man sich überlegt, welch dicken Fisch sich die Herren (oder auch Damen) seinerzeit haben entgehen lassen; denn seien wir mal ehrlich: trotz aller Brillianz ist ein Film im Grunde eine quietschbunte Plattform für die weltweite Vermarktung von Actionfiguren, Kaffeetassen und Schlüsselanhängern (um nur einen Bruchteil aller denkbaren Produkte zu nennen). Der Gesamtumsatz des Star-Wars-Imperiums dürfte bis heute im einstelligen Milliardenbereich liegen.
Vom Erfolg des 1. oder 4. Teils beflügelt, legte George Lucas 1980 (“Das Imperium schlägt zurück”) und 1983 (“Die Rückkehr der Jedi-Ritter”) die Teile V und VI nach. Doch die Abenteuer rund um Luke Skywalker waren nicht die einzige Offenbarung für Fans der gepflegten Weltraum-Unterhaltung. Am Ende des Jahrzehnts hob die Enterprise erstmals im Kino ab. Der von Robert Wise inszenierte Film (“Star Trek: Der Film”) gilt zwar unter Fans als der schnarchigste der Reihe – aber egal, der Mythos war geboren. Dafür genießt der zweite großformatige Ausflug in die Weiten des Alls einen umso größeren Kultstatus: mit “Der Zorn des Khan” aus dem Jahr 1982 lieferte Regisseur Nicholas Meyer einen packenden Film und reaktivierte mit Filmbösewicht Ricardo Montalban alias Khan einen Charakter der klassischen Fernsehserie.
Im selben Jahr entstand ein weiterer Meilenstein des Science-Fiction-Kinos: Mit “Der Blade Runner” servierte Ridley Scott eine düstere Hommage an “Metropolis” und ließ am Ende die Frage offen, ob die Figur des Rick Deckard (gespielt von Harrison Ford) nun selber ein Replikant ist, oder nicht. Der später entstandene Director’s Cut liefert zwar eine mögliche Erklärung nach, räumt aber dennoch nicht alle Zweifel aus.
Der letzte Film aus meiner persönlichen Reihe ist die Disney-Produktion “Tron”, ebenfalls aus dem Jahr 1982. Oscar-Gewinner Jeff Bridges spielt Kevin Flynn, der in seine Atome zerlegt wird und sich im Inneren eines Computers wiederfindet. In furiosen Action-Sequenzen geht es dem digitalen Fiesling mit dem Kürzel MCP (Master Control Program) an den Kragen. Die titelgebende Figur wurde mit Bruce Boxleitner besetzt, bekannt aus der Serie “Agentin mit Herz” und später ein Teil von “Babylon 5″. Am 3. Dezember läuft übrigens mit “Tron Legacy” der Nachfolger in den Kinos an; natürlich in 3D.
Auch ein Spartensender kann überraschen: auf dem eigentlich für so gut wie nichts bekannten Sender Tele 5 läuft nun “Babylon 5″; und das komplett. Ich finde, dass die grandiose Science-Fiction-Serie in einem Atemzug mit dem zweiten wohl besten Weltraum-Epos aller Zeiten genannt werden kann: “Deep-Space 9″ aus dem Star-Trek-Universum. Was beide verbindet: anstatt nur auf Einzelfolgen zu setzen, spannen beide Serien einen famosen Handlungsbogen über alle Staffeln hinweg. Am eindringlichsten stellt sich dieser Effekt natürlich ein, wenn man auf die DVD’s zurückgreift, das Pantoffelkino abdunkelt und sich die Folgen quasi am Stück reinzieht. Wer die kleinen Silberlinge nicht in der Schublade hat, kann nun immer donnerstags einschalten.
Die Handlung der beiden Serien greift auf ein bekanntes Muster zurück: Die Menschheit drängt in die weiten des Universums, nistet sich auf einer Raumstation ein und erforscht von dort aus den Hyperraum; mal ist es ein Sprungtor (Babylon5) oder aber ein Wurmloch (Deep-Space 9), das den Eintritt in eine neue Welt markiert. Beide Außenposten werden natürlich von einem schneidigen Offizier geleitet. Im Falle von Babylon 5 wurde Commander Jeffrey Sinclair (gespielt von Michael O’Hare) allerdings im weiteren Verlauf der Serie durch Bruce Boxleitner alias John Sheridan ersetzt. Der wiederum ist nach 28 Jahren in der Neuauflage von “Tron” (!) dabei; übrigens auch Oscar-Gewinner Jeff Bridges. Auf Deep-Space 9 gab es hingegen keinen Wechsel; Avery Brooks spielte die Rolle des Commander Sisko in allen sieben Staffeln.
Commander Benjamin Sisko
Ein Wermutstropfen bleibt: leider hat es Deep-Space 9 nie ins Kino geschafft, dabei hatten sich die Drehbuchautoren die besten Charaktere aller Zeiten ausgedacht, der zwielichtige Schneider – Garak (!), der als Doppelagent für den Obsidianischen Orden spionierte (oder vielleicht doch nicht), der geschäftige Ferengi Quark oder aber ein Stammgast seines Lokals (Morn), der zwar kaum ein Wort sprach, aber in nahezu jeder Folge auftauchte (quasi wie Dittsche und die Schildkröte). Die Liste ließe sich fortsetzen, leider war nach sieben Jahren Schluss.
Kein filmblog ohne eine kleine Vorausschau auf das Osterprogramm. Wer “Die Zehn Gebote” noch nicht gesehen hat, sollte den Tanz um das goldene Kalb keinesfalls verpassen; Charlton Heston und Yul Brunner gibt’s gratis dazu. Wem das allerdings zu herausgeputzt und friedlich erscheint, kann gerne auf eine zeitgenössische Produktion zurückgreifen. Im Anschluss an “The Da Vinci Code” zeigt Pro7 die Passion à la Mel Gibson; der Australier hat die Leidensgeschichte im aramäisch-lateinischen Original und einem Maximum an Gewalt in Szene gesetzt.
Der Filmausstoß an Karfreitag ist immens und der Cineast überfordert; wohl dem, der einen Festplattenrekorder sein Eigen nennen darf. Empfehlungen gibt es nämlich noch für “L.A. Confidential” mit einer famosen Kim Basinger (22 Uhr, Vox), “Casino” – geniale Anfangssequenz (ARD, 23 Uhr), “Elizabeth – Das goldene Königreich” (23 Uhr, ZDF) – opulent und “Der Pianist” (0.00 Uhr, WDR) – anrührend.
Ostern 2010
Mein persönliches Karfreitagserlebnis sieht allerdings ganz anders aus. Im Kino habe ich damals den Actionkracher “Alien vs. Predator 2″ für die “Keinohrhasen” (stehen an Ostermontag auf dem Programm) sausen lassen; nun gibt es das Werk der Strause-Brüder eben auf der kleinen Mattscheibe nachgeliefert. Und einen weiteren Film kann ich mir auch nicht entgehen lassen. Die Mutter aller Ego-Shooter-Spiele – “Doom” – hat es auf Zelluloid geschafft: Die Qualität des Films ist unbestritten: “So subtil wie Hammer auf’m Kopf” schreibt TVSpielfilm. In diesem Sinne: ein Muss. Übrigens ist bei dieser Actiongurke auch Karl Urban mit dabei, der im neuen Star Trek-Film mit der Figur des “Pille” (im Original: Bones) bewiesen hat, dass die Rollenwahl nicht immer ein Griff ins Klo sein muss.
Der Samstag steht ganz im Zeichen zweiter Kriegsfilme. Parallel zeigen ARD und ZDF “Wir waren Helden” mit Mel Gibson und “Flags of Our Fathers” unter der Regie von Clint Eastwood. Beide Filme sind sehenswert. Am Sonntag steht der Tatort mit Kommissar Borowski alias Axel Milberg auf dem Programm; diesmal mit einem Abstecher nach Finnland. Ich bin gespannt. Ansonsten hat der Tag wenig zu bieten: “Matrix Reloaded” (bei Teil 3 bin ich im Kino eingeschlafen), “Bodyguard” (bloß nicht!) oder “Scott & Hutsch” (Tom Hanks in allen Ehren). Im Nachmittagsprogramm von Sat1 laufen beide Teile von “Stuart Little” – hintereinander. Da geht mir das Herz auf. Kabel Eins zeigt übrigens noch die King Kong-Version aus dem Jahr 1976 mit Oscargewinner Jeff Bridges und Jessica Lange in den Hauptrollen.
David Lynch hat nicht immer so abseitige Filme gedreht, wie “Lost Highway” oder etwa “Mullholland Drive”; und wer “Eraserhead” kennt, wird sich fragen, ob der “Wüstenplanet” überhaupt unter der Regie des 64-Jährigen entstanden sein kann. Das opulente Science-Fiction-Werk nach einer literarischen Vorlage von Frank Herbert ist für Lynch-Novizen ein leicht verdaulicher Einstieg. Ein zweites Werk, das auch eher in die Ecke des mainstream gehört – ohne dessen künstlerischen Wert zu schmälern – ist “The Straight Story”, das die Geschichte eines Mannes erzählt, der mit einem Rasenmäher (!) durch den Westen der Vereinigten Staaten fährt. Mit “Dune” – wie der Film im Original heißt – begibt sich David Lynch nicht in den Mittleren Westen, sondern auf die Oberfläche eines fiktiven Planeten.
Die Geschichte rankt sich um die Machtkämpfe dreier Familien; da wären zum einen die fiesen Harkonnen, die edlen Atreides und die rebellischen Ordos. Sie alle kämpfen um die Vorherrschaft auf dem Wüstenplaneten Arrakis (auch Dune genant) und vor allem um die Kontrolle des kostbaren Rohstoffes Spice. Er soll unfassbare Kräfte und Macht verleihen. Das Setting des Films ist edel. Die überwiegend männliche Belegschaft trägt Uniformen und Insignien, die an Flottenkapitäne des 19. Jahrhunderts erinnern. Der Look des Films ist auch nach 26 Jahren noch als zeitlos zu bewerten; eine Einschätzung, die ich – zumindest im Genre des Science-Fiction – nur noch an “Blade Runner” vergeben würde (und der ist noch zwei Jahre älter).
Auch der Cast hält einige Überraschungen vor. Patrick Stewart alias Captain Jean-Luc Picard von der Enterprise taucht als ein Vertrauter des Herrscherzöglings Paul Atreides auf, der wiederum von Kyle MacLachlan gespielt wird. Ihn verbindet mit David Lynch ein weiteres Großprojekt, das einige Jahre später fürs Fernsehen realisiert wurde und Anfang der 90er Jahre den Boom der Mystery-Serien initiierte. In “Twin Peaks” verkörpert er Special Agent Dale Cooper und löst das Rätsel um den Tod von Laura Palmer. Auch der Musiker Sting übernimmt im Film “Der Wüstenplanet” eine Rolle. Und wer auch nicht fehlen darf – genau: Jürgen Prochnow.
In die Welt der Bits & Bytes hat es der Kampf um das Spice auch noch geschafft. Im Jahr 1992 erschien das gleichnamige Strategiespiel aus dem Hause Westwood. Die Programmierer hatten damit den Grundstein für das Genre der Echtzeitstrategiespiele gelegt. Der wohl immer noch bekannteste Vertreter seiner Art ist Command & Conquer (erstmals erschienen im Jahr 1995). Das Mammutwerk von Frank Herbert galt übrigens bis dahin als unverfilmbar; und im Kino ist der Streifen damals auch gefloppt, was allerdings eher für, als gegen das Ergebnis spricht.