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Der Helle Herrscher

Die Welt der Videospiele bringt manchmal schon eigenartige Statistiken hervor. Da haben sich doch die Macher von Mordors Schatten, Warner Bros. Interactive Entertainment und Monolith Productions, wirklich die Mühe gemacht auszurechnen, wie viele Uruks die Spieler in Mittelerde bislang ins Jenseits geschickt haben. Genau: Es waren 5,65 Milliarden; also die Population des gesamten Planeten. „Ihr Monster!“, schallt es den Spielern entgegen. Benötigt haben die Talions dieser Welt hierfür 74,6 Millionen Stunden. Demnach mussten pro Stunde 76 Uruks ins Gras beißen. Respekt!

Der Helle Herrscher

Was hat das alles mit dem jetzt veröffentlichen DLC „Der Helle Herrscher“ zu tun? Das neue Story Mission-Erweiterungspaket für Mittelerde: Mordors Schatten holt nun das nach, was manche Fans bereits am Ende des Originalspiels eingefordert hatten; nämlich die finale Auseinandersetzung mit dem wohl größten und fiesesten Schurken des Herr-der-Ringe-Universums: Sauron. In „Der Helle Herrscher“ übernehmen die Spieler die Rolle Celebrimbors, also jenes Geistes, der in Mordors Schatten über Talion wacht. Celebrimbor nutzt seine neuen Fähigkeiten, um Sauron zu bezwingen und den Einen Ring zu erhalten, mit dem er die Kontrolle über Mittelerde erlangen will. Die Kampagne spielt in einer modifizierten Version von Udun (einer von zwei Welten in Mordor) und ist demnach mehrere tausend Jahre vor dem Hauptspiel angesiedelt. Talion, der Held aus Mordors Schatten, findet in dieser Handlung nicht statt.

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Das alles hört sich nach einem respektablen Mehrwert für alle Tolkien-Fans an; leider kann das Resultat am Ende nicht überzeugen und verschenkt das großartige Potential, das im vergangenen Jahr durch das Hauptspiel gelegt wurde. Neben dem einzigen wirklichen Pluspunkt (Du kannst gegen Sauron kämpfen) bleibt ein frustrierender Schwierigkeitsgrad, eine uninspirierte Handlung und somit unter dem Strich ein enttäuschendes Zusatzpaket, das entweder als Teil des Season Passes oder separat als digitaler Download für PlayStation 4, Xbox One und PC zum Kauf erhältlich ist. Die Story-Kampagne bietet zehn neuen Missionen, stärkere Uruk-Armeen mit Elite Nemesis-Gegnern und Warchiefs bis Level 25 sowie neue Fähigkeiten, die durchaus Spaß machen, den Gesamteindruck aber nicht mehr retten können.

Mittelerde: Mordors Schatten

Nicht nur in der Realität werden unzählige Fotos produziert. Auch in der Welt der Computer- und Videospiele kommt die Kamera zum Einsatz, um die Handlung voranzutreiben. Im neuen Tomb Raider oder der Uncharted-Serie ist dies der Fall: Das durch den Fokus einer Videokamera gezeigte Bild wird entweder als Stilmittel oder aber für Rückblenden genutzt, in denen Ereignisse erzählt werden, die vor der Haupthandlung des Spiels liegen. Darüber hinaus kann aber auch der Spieler selbst zur virtuellen Kamera greifen. Der Foto-Modus scheint gerade in letzter Zeit wieder enorm an Popularität zu gewinnen. Bereits in der überarbeiteten Version des Endzeit-Spektakels „The Last of Us“ für die PlayStation 4 konnte der Spieler von den apokalyptischen Umgebungen Fotos machen und mit anderen teilen. Ein spannendes Experiment haben hieraus die Macher der „New York Times“ gemacht. Sie drückten dem Kriegsfotografen Ashley Gilbertson einen Controller in die Hand, ließen ihn durch die Levels streifen und transportierten damit die Mechanismen des Fotojournalismus in die Welt der Videospiele.

Auch in dem kürzlich veröffentlichten Action-Spiel Mittelerde: Mordors Schatten können nun die besten Momente aus der Tolkien-Welt eingefangen werden. Der kostenlose Foto-Modus ist Teil des neuesten Online-Updates und ab sofort für PlayStation 4 und Xbox One verfügbar. Der Titel wird zudem am 20. November für PlayStation 3 und Xbox 360 in die Läden kommen. Auch in älteren Titeln, wie dem hochgelobten Action-Adventure Beyond Good & Evil (2003), nutzt die Heldin Jade die Kamera nicht nur, um eine galaktische Verschwörung aufzudecken, sondern auch, um die Flora und Fauna des Planeten „Hillys“ aufzunehmen.

Mittelerde: Mordors Schatten

Auf diese Weise lässt sich auch das eine oder andere „Easter Egg“ aufspüren, das Ubisoft in dem Titel versteckt hat. Auch der Story-Shooter Far Cry 3 (2012) macht das Objektiv zu einem nützlichen Instrument. Bevor der Spieler die Verstecke der Bösewichte aushebt, wird das Terrain mit dem Sucher der Kamera abgetastet und die potentiellen Feinde markiert. Er ist also nicht nur ein Gimmick, sondern dient als taktisches Werkzeug.