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Kein filmblog ohne eine kleine Vorausschau auf das Osterprogramm. Wer “Die Zehn Gebote” noch nicht gesehen hat, sollte den Tanz um das goldene Kalb keinesfalls verpassen; Charlton Heston und Yul Brunner gibt’s gratis dazu. Wem das allerdings zu herausgeputzt und friedlich erscheint, kann gerne auf eine zeitgenössische Produktion zurückgreifen. Im Anschluss an “The Da Vinci Code” zeigt Pro7 die Passion à la Mel Gibson; der Australier hat die Leidensgeschichte im aramäisch-lateinischen Original und einem Maximum an Gewalt in Szene gesetzt.

Der Filmausstoß an Karfreitag ist immens und der Cineast überfordert; wohl dem, der einen Festplattenrekorder sein Eigen nennen darf. Empfehlungen gibt es nämlich noch für “L.A. Confidential” mit einer famosen Kim Basinger (22 Uhr, Vox), “Casino” – geniale Anfangssequenz (ARD, 23 Uhr), “Elizabeth – Das goldene Königreich” (23 Uhr, ZDF) – opulent und “Der Pianist” (0.00 Uhr, WDR) – anrührend.

Ostern 2010

Mein persönliches Karfreitagserlebnis sieht allerdings ganz anders aus. Im Kino habe ich damals den Actionkracher “Alien vs. Predator 2″ für die “Keinohrhasen” (stehen an Ostermontag auf dem Programm) sausen lassen; nun gibt es das Werk der Strause-Brüder eben auf der kleinen Mattscheibe nachgeliefert. Und einen weiteren Film kann ich mir auch nicht entgehen lassen. Die Mutter aller Ego-Shooter-Spiele – “Doom” – hat es auf Zelluloid geschafft: Die Qualität des Films ist unbestritten: “So subtil wie Hammer auf’m Kopf” schreibt TVSpielfilm. In diesem Sinne:  ein Muss. Übrigens ist bei dieser Actiongurke auch Karl Urban mit dabei, der im neuen Star Trek-Film mit der Figur des “Pille” (im Original: Bones) bewiesen hat, dass die Rollenwahl nicht immer ein Griff ins Klo sein muss.

Der Samstag steht ganz im Zeichen zweiter Kriegsfilme. Parallel zeigen ARD und ZDF “Wir waren Helden” mit Mel Gibson und “Flags of Our Fathers” unter der Regie von Clint Eastwood. Beide Filme sind sehenswert. Am Sonntag steht der Tatort mit Kommissar Borowski alias Axel Milberg auf dem Programm; diesmal mit einem Abstecher nach Finnland. Ich bin gespannt. Ansonsten hat der Tag wenig zu bieten: “Matrix Reloaded” (bei Teil 3 bin ich im Kino eingeschlafen), “Bodyguard” (bloß nicht!) oder “Scott & Hutsch” (Tom Hanks in allen Ehren). Im Nachmittagsprogramm von Sat1 laufen beide Teile von “Stuart Little” – hintereinander. Da geht mir das Herz auf. Kabel Eins zeigt übrigens noch die King Kong-Version aus dem Jahr 1976 mit Oscargewinner Jeff Bridges und Jessica Lange in den Hauptrollen.

Am Ostermontag dann noch drei außergewöhnliche Filme: “A Beautiful Mind”, “Capote” und “Death Proof”. Wohl bekommst!

Erstellt am Donnerstag 1. April 2010
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Corto Maltese

Es steht ein bisschen im Schatten der großen Festivals von Cannes und Venedig; und das ist auch gut so, denn auf diese Weise bleibt einem der ganz große Trubel erspart. Das Festival von Locarno hat einen entscheidenden Vorteil: Der Hauptfilm des Abends läuft auf der Piazza unter freiem Himmel und bietet Platz für über 3000 Besucher. Schlange stehen: Fehlanzeige! Und auch darüber hinaus müssen sich die Organisatoren nicht nachsagen lassen, dass irgendjemand vom cineastischen Programm ausgeschlossen würde, nur weil es keine Karten mehr gibt.

Wer denkt in diesem Moment nicht an die bitterkalten Tage einer Berlinale und das gemeinschaftliche bibbern und frieren am Potsdamer Platz, um eine der wenigen Restkarten zu ergattern. Im Tessin finden die Screenings stattdessen nicht nur Open-Air, sondern auch in umfunktionierten Turn- oder Mehrzweckhallen statt. Den handelsüblichen Kinosaal gibt es natürlich auch, aber nicht nur. Zur Ehrenrettung Berlins sei gesagt, dass die Schweizer ihr Festival auch nicht im Februar, sondern im August auf die Beine stellen.

Die stilvollen Partys steigen dann nach dem Hauptfilm im Grand Hotel Locarno. Die Herberge war damals ein renovierungsbedürftiger Bau aus dem späten 19. Jahrhundert. Im Eingangsbereich ragte ein unglaublich großer Kronleuchter von der Decke und auf der Terasse lockte ein Pool die Nachtschwärmer an; besonders mutige Festivalbesucher versuchten ihn ebenfalls als Partyzone nutzbar zu machen; allerdings musste man sich dann auch ein kleines Scharmützel mit dem Portier des Hauses liefern, der dies mit allen Mitteln zu verhindern suchte. Wer schmeißt denn auch gleich Liegestühle ins Wasser!

Der von mir besuchte Filmjahrgang war übrigens aller erste Sahne. Auf der Piazza liefen die Premieren von “Insomnia” und “Corto Maltese”. Es war das Jahr, als Robin Williams versuchte, einen Imagewechsel herbeizuführen, indem er mal den Bösewicht gab. Neben “Insomnia” war das seine Rolle des Stalkers in “One Hour Photo”. Zwei Filme sind mir noch besonders in Erinnerung geblieben: “Kick it like Beckham”, mit dem Keira Knightley den Durchbruch schaffte, wurde nicht nur zu Recht mit dem Publikumspreis bedacht, sondern auch frenetisch bejubelt und “Signs” mit Mel Gibson und Joaquin Phoenix und vom eben dem Regisseur, der eigentlich nur einen guten Film gemacht hat (nächster Versuch: “Die Legende von Aang”, auch bekannt als “The Last Airbender”). Fazit: Buh-Rufe, wie im Theater und kein großes Kino.

Erstellt am Mittwoch 24. März 2010
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