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Wie sagte “unsere Lena” doch so schön, nachdem sie vom bald-vielleicht Bundespräsidenten Christian Wulff am Rollfeld des Flughafens in Hannover bei miesepetrigem Wetter empfangen wurde: “Ihr seid verrückt – es regnet – geht doch rein!”. Ich richte hingegen den Appell an alle meine Leser und sage: Geht raus und genießt die Sonne, denn die jarispondenz legt in der kommenden Woche wieder eine kleine Pause ein (am nächsten Wochenende geht’s aber weiter – versprochen!).

Erstellt am Sonntag 6. Juni 2010
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Horst Köhler tritt beleidigt zurück, Lena gewinnt den Eurovision Song Contest und Stefan Raab mutiert vom einstigen Schmuddelkind zum Über-Gottschalk. Die Nachrichtenlage ist ein Traum und eigentlich müsste sich dieser blog von allein füllen. Dennoch: Für große Abhandlungen bleibt im Juni keine Zeit; selbst das von mir so geliebte Kino liegt momentan brach. Ich habe in den vergangenen Jahren keinen einzigen Tim Burton Film auf der großen Leinwand verpasst – bis auf das dreidimensionale Alice im Wunderland (die Illustration, die ich für diesen Beitrag ausgewählt habe, ist ein Teil dieses fantastischen Universums).

Im Grunde müsste ich alle blog-Leser dazu aufrufen, mir eine Empfehlung für den nächsten Filmbesuch zu geben, wenn ich mich nicht in eben diesem Moment auf irgendeiner Bahnstrecke in Deutschland befinden würde. Was bringt es schon, nur ein kleines bisschen Kontinuität einzufordern, wenn sich das eigene Leben im Schleswig-Holstein-Express zwischen Flensburg und Kiel, im Nachtexpress nach Nizza oder auf einer skandinavischen Schotterpiste abspielt. Die unentwegte Bewegung – das Reisen – war immer ein bedeutender Teil meines Lebens; und an diesem Wochenende habe ich einen sehr plastischen Eindruck davon bekommen, was der “Schienenersatzverkehr” konkret bedeutet; ein Gemeinschafterlebnis der besonderen Art. Gestrandet mit etwa 200 Leuten auf einem kleinen Bahnsteig in Elmshorn – von dort weiter mit dem Bus nach Wrist. Ich habe in den letzten Monaten das nördlichste Bundesland im Schnelldurchgang kennengelernt; die großen Städte Flensburg, Lübeck, Kiel, Rendsburg und Neumünster, aber auch die kleineren Orte namens Itzehoe oder Horst (gibt’s wirklich im Landkreis Steinburg). Auch den Begriff “Zwischenbahnhof” kannte ich bisher noch nicht.

Erstellt am Samstag 5. Juni 2010
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Platz 21: Diesmal soll es besser werden

Bei der ganzen Lena-Euphorie, die sich momentan in Deutschland ausbreitet, lohnt es sich, einen Blick in die Grand-Prix-Historie zu werfen. Immerhin haben sich die teutonischen Sangeskünstler in den zurückliegenden Jahren beim Eurovision Songcontest (wie der Wettbewerb mittlerweile heißt) nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ob nun die No Angels oder Alex Christensen mit der genialen Kombination aus “Alex swings Oscar sings” (!) und ihrem nicht minder originellen Beitrag “Miss Kiss Kiss Bang”: keiner schaffte es in die vorderen Ränge. Ein weiteres Drama ereignete sich vor genau acht Jahren. Damals trat Corinna May (mit bürgerlichem Namen Corinna Meyer) mit dem Lied “I can’t live without music” in Tallinn an. Produzent Ralph Siegel sah sich – genau 20 Jahre nach dem bisher einzigen Triumph für Germany – in der Favoritenrolle. Der Ausgang ist bekannt. Der deutsche Beitrag stürzte auf den 21. Platz ab; und die Bild-Zeitung sah darin die größte Demütigung aller Zeiten.

Bild-Schlagzeile vom 27. Mai 2002

Nachdem Fernseh-Titan Stefan Raab die Rettung des Grand-Prix in diesem Jahr zur Chefsache erklärt hat, soll es nun also Lena-Meyer Landrut richten und nach 1982 endlich wieder eine Nummer 1 nach Deutschland holen. Und es ist doch immer wieder erstaunlich, mit welcher Unberechenbarkeit die Medien eine Person in den Himmel schreiben oder in die Hölle der Bedeutungslosigkeit abgleiten lassen. Um Lena ist in jedem Fall der große Hype entbrannt; selbst die englischen Buchmacher sehen die Abiturientin aus Hannover ganz weit vorn. Ob sie sich gegen die osteuropäische Phalanx wird durchsetzen können, wird sich am 29. Mai in Oslo entscheiden.

Ralph Siegel hat übrigens damals im Bild-Interview gesagt, dass er nie wieder beim Grand-Prix antreten werde (“weil ich weder die Kraft noch die Nerven dazu habe”). Im Jahr 2003 landete Lou mit dem Lied “Let’s get happy” auf dem 12. Platz. Komponist: Ralph Siegel.

Erstellt am Donnerstag 29. April 2010
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