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Bevor Arnold Schwarzenegger beschloss, den Staat Kalifornien praktisch im Alleingang zu retten, hat er ein paar wirklich feine Kinofilme abgeliefert; wobei dem Austro-Amerikaner die Qualitäten eines Terminators sicherlich auch bei der Sanierung der Staatsfinanzen behilflich sein können; doch so brachial die Actionfigur auf den ersten Blick daherkommt, so ausgereift waren die Drehbücher. Die Charakterzeichnung des ersten Teils (“Terminator”, 1984) als holzschnittartig zu bezeichnen, käme sicherlich keiner Beleidigung gleich; Kampfmaschine hier – Beschützer dort. In Teil zwei (“Judgment-Day”, 1991) unter der Regie von James Cameron stellte sich die Sache schon differenzierter dar. Nun war es nicht der vermeindlich seelenlose Prügelautomat, der keinerlei Gefühle zeigte, sondern Linda Hamilton in ihrer Rolle als Sarah Connor, die sich zu einer weiblichen Amazone entwickelte und erstaunliche Racheglüste an den Tag legte.
Im Grunde haben die beiden Charaktere die Geschlechter getauscht; Arnie wurde zur “Mutterfigur” und Linda Hamilton zum eigentlichen Terminator des Films. Wer hätte einer millionenschweren Hollywoodproduktion ein Szenario zugetraut, das Jahre später sogar mal Lehrstoff eines Seminars über “gender studies” werden sollte; aber James Cameron war ja noch nie dafür bekannt, irgendwelche Kompromisse einzugehen. In diesem – wie auch in mindestens zwei weiteren Fällen (Titanic, Avatar) – hat ihm der Erfolg an der Kinokasse Recht gegeben.
Mit einer Produktion aus dem Jahr 2000 möchte ich die Rezension der auf film.bild.de verfügbaren Filme abschließen: auch in “The 6th Day” (Regie: Roger Spottiswoode) steht die Suche nach Identität und Wahrhaftigkeit im Mittelpunkt. In einer gar nicht so fernen Zukunft (wie ein Zwischentitel dem Zuschauer zu Beginn verrät) gehört das Klonen zum Alltag. Im Vorspann wird eine direkte Linie in die fiktive Gegenwart des Films gezogen: Im Jahr 1997 entfachte Klonschaf Dolly eine ethische Diskussion um die Grenzen der Machbarkeit, im Jahr 2000 erreichte die Wissenschaft einen Durchbruch bei der DNA-Kartierung und die Regierung (?) erlässt als Reaktion darauf – in der Realität des Films – das so genannte “6th Day-Law”, womit das Klonen zwar verboten, aber nicht komplett gebannt wird. Der Titel verweist übrigens auf ein Zitat aus der Genesis: “Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut, da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Arnold Schwarzenegger spielt in dem Film den netten Durchschnittstyp, dem alles Künstliche fremd ist. Zu Beginn bietet ihm die kleine Tochter eine Banane an: “Mit Sushigeschmack oder ne Stinknormale?” Darauf Arnie: “Gib mir die mit Bananengeschmack”.
Erstellt am Freitag 26. März 2010
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