mir wird gerade bewusst, wie absurd doch diese windows-kästen sind: Anmeldemeldung (siehe Bild); welch absurdes Wort. 24.08.2010
gewitterwolken können sehr bedrohlich sein, vor allem als Läufer in leichten Klamotten, habe mich in Bauwagen geflüchtet, unwirtliche natur! 24.08.2010
David Hasselhoff ist der berühmteste Bademeister der Welt. Im Jahr 1989 startete die Serie Baywatch in den USA und verkaufte sich weltweit in 140 Länder. Der Erfolg der Rettungsschwimmer-Soap ist aber sicherlich nicht der Mitwirkung des Mannes geschuldet, den seine Fans mittlerweile ehrfürchtig “The Hoff” nennen; wahrscheinlich hat das weibliche Personal à la Pamela Anderson und Carmen Electra mehr zum Erfolg beigetragen, als der smarte Knightrider mit der knappen Badehose und der roten Plastikboje. Im Jahr des Serienstarts ereignete sich zudem ein weiteres Ereignis von welthistorischer Tragweite: Die Berliner Mauer fiel und mit ihr die Regierungen des ehemaligen Ostblocks.
David Hasselhoff wäre nicht “The Hoff”, wenn er sich nicht in besonderer Weise mit dieser friedlichen Revolution verbunden fühlte. Immerhin hat er mit seinem Hit “Looking for Freedom” (der meines Wissens nach nur in Deutschland die Spitze der Charts erklomm und die restliche Welt höchstens in ratloses Staunen versetzte) die Mauer quasi im Alleingang weggesungen; nur noch unterstützt von den Scorpions und ihrer Wendehymne “Wind of Change”. Nach etlichen negativen Schlagzeilen und peinlichen Auftritten ist Hasselhoff nun mit einem Paukenschlag ins Showbiz zurückgekehrt: Die Zuschauer des Musikantenstadl haben ihren Star am vergangenen Samstag in Salzburg frenetisch gefeiert. Der Ballermann kann einpacken.
Harald Schmidt hat mal gesagt, dass ein Volk, in dem nicht mindestens acht Millionen Menschen den Musikantenstadl gucken, im Grunde unregierbar sei. Vielleicht ist an dieser These was dran. Ich habe meine eigene Theorie. In keiner anderen Sendung als dem Musikantenstadl hätte Hasselhoff seine Auferstehung im Stil eines Frank Sinatra zelebrieren können, denn die Show ist nichts anderes als eine Zeitkapsel zurück in das Jahr 1989; als ob es die Wende und die digitale Revolution überhaupt nicht gegeben hätte. Nur hier bekommen die Zuschauer in der ersten Reihe noch feuchte Augen, wenn Sie einen Dinosaurier der Fernsehunterhaltung im Glitzerjacket erblicken. Nur hier kann Moderator Andy Borg mit einem sprechenden Auto durch Salzburg fahren und dabei schlechte Witze machen. Nur hier.
Das Großstadtrevier ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass der Heimatfilm im kleinen TV-Format ein erstaunliches Comeback feiert. Die in dieser Woche gesendete Folge “Von Träumen und Schiffen” hat im Grunde alles, was das Genre ausmacht: schrullige Kriminelle, Verbrechen (die keine sind) und dazu die kleinen und großen Sorgen des Alltags. Zur Handlung: Die liebenswerten Altknackis Ringo und Django sind chronisch klamm und fürchten ihren Kahn (die Oberspritzenmeister Repsold) zu verlieren. Bevor die beiden das Schiff an einen “Schnösel aus Pösel” verkaufen, springt Dirk Matthies alias Jan Fedder ein, der sich mit der Repsold einen lang gehegten Traum erfüllen will. Die Summe wird auf ein Papier gekritzelt (siehe Foto) und in Folge dessen ein Kreditberater (gespielt von Heinz “Fleisch ist mein Gemüse” Strunk) eingeschaltet.
Als Ringo ein Rucksack mit Koks in die Hände fällt, sieht er allerdings die Chance für einen großen Deal gekommen. Dass die “Kiezgröße” mit einem braunen Ford-Mustang zur Übergabe erscheint (geht’s noch diskreter) und der naive Kurier mit dem Geld seinen Traum von einer eigenen CD erfüllen will, passt genauso ins Bild, wie die Prüfungsangst der jungen Beamtin vom 14. Revier.
Was ich damit sagen will: Trotz aller Kriminalität ist die Welt in Ordnung. Mord und Totschlag haben im Großdstadtrevier keinen Platz. Und das musikalische Intro der von Jürgen Roland erdachten Serie liefert nach wie vor die Countryband “Truck Stop”. Dieser Beitrag wäre unvollständig, wenn neben des Dauerbrenners der ARD (im Moment läuft die 23. Staffel) nicht noch ein weiterer – populärer – Vertreter des neuen deutschen Heimatfilms genannt würde. Im ZDF läuft seit 1988 (bis heute 21 Staffeln) das Forsthaus Falkenau. Der Fernsehklassiker hat sich vor einiger Zeit mit Hardy Krüger Jr. eine Frischzellenkur verpasst. Was gibt es noch: seit einigen Jahren hat die ARD mit der Kloster-Serie Um Himmels Willen (mittlerweile in der 9. Staffel) einen Erfolgsgaranten im Programm. Die zunächst mit dem Duo Jutta Speidel als Nonne Hanne und Fritz Wepper (als Bürgermeister Wolfgang Wöller) besetzten Folgen fuhren regelmäßig Spitzenquoten ein; und das hat sich auch nach dem Wechsel von Speidel zu Hartwig nicht geändert. Auch das gab es: Roy Black, der Anfang der 1990er Jahre als Hotelchef Lennie Berger in ein Schloss am Wörthersee einzog; allerdings war die RTL-Produktion dank des skurillen Hausmeister-Duos Josip und Malek eher Klamotte als Heimat-Serie.
Interessant ist auch, dass ein Format (Der Bergdoktor), das ursprünglich bei Sat1 zu Hause war, später im Zweiten Deutschen Fernsehen wieder – in neuer Besetzung – sein Comeback feierte. Die Mainzer haben den Trend im Übrigen auch angestoßen. Großproduzent Wolfgang Rademann erdachte Anfang der 1980er Jahre Das Traumschiff und sticht seither so erfolgreich in See, dass die Darsteller für eine Rolle Schlange stehen. Selbst Lästermaul Harald Schmidt war bereits zweimal an Bord. Aye, Ay Captain.