krieg der sterneretweet

In den sechs Jahren zwischen 1977 und 1983 sind meiner Meinung nach die besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten entstanden; Filme, die das aktuelle Kinogeschehen immer noch maßgeblich beeinflussen. Den Anfang machte 1977 die Mutter aller Blockbustermovies: Mit “Krieg der Sterne – Episode IV: Eine neue Hoffnung” begann George Lucas seine Trilogie mit einer ungewöhnlichen Zählung; auf die Teile IV – VI folgten erst über zwanzig Jahre später die Teile I – III, die zwischen 1999 und 2005 entstanden.

Man könnte meinen, dass der Kinovisionär Lucas die rasante Entwicklung der Industrie vorausgesehen hat und aus diesem Grund schon am Beginn seiner Karriere genügend Munition für den heute üblichen Sequel- und Prequel-Wahn ansammelte. Auch die Rechte an den Verkäufen aus den Begleitgeschäften (neudeutsch: Merchandising) hatte sich der geschäftstüchtige Regisseur damals gesichert. Die Manager des zuständigen Filmverleihs werden ob dieses Coups sicherlich noch heute kräftig in die Tischkante beißen, wenn man sich überlegt, welch dicken Fisch sich die Herren (oder auch Damen) seinerzeit haben entgehen lassen; denn seien wir mal ehrlich: trotz aller Brillianz ist ein Film im Grunde eine quietschbunte Plattform für die weltweite Vermarktung von Actionfiguren, Kaffeetassen und Schlüsselanhängern (um nur einen Bruchteil aller denkbaren Produkte zu nennen). Der Gesamtumsatz des Star-Wars-Imperiums dürfte bis heute im einstelligen Milliardenbereich liegen.

Vom Erfolg des 1. oder 4. Teils beflügelt, legte George Lucas 1980 (“Das Imperium schlägt zurück”) und 1983 (“Die Rückkehr der Jedi-Ritter”) die Teile V und VI nach. Doch die Abenteuer rund um Luke Skywalker waren nicht die einzige Offenbarung für Fans der gepflegten Weltraum-Unterhaltung. Am Ende des Jahrzehnts hob die Enterprise erstmals im Kino ab. Der von Robert Wise inszenierte Film (“Star Trek: Der Film”) gilt zwar unter Fans als der schnarchigste der Reihe – aber egal, der Mythos war geboren. Dafür genießt der zweite großformatige Ausflug in die Weiten des Alls einen umso größeren Kultstatus: mit “Der Zorn des Khan” aus dem Jahr 1982 lieferte Regisseur Nicholas Meyer einen packenden Film und reaktivierte mit Filmbösewicht Ricardo Montalban alias Khan einen Charakter der klassischen Fernsehserie.

Im selben Jahr entstand ein weiterer Meilenstein des Science-Fiction-Kinos: Mit “Der Blade Runner” servierte Ridley Scott eine düstere Hommage an “Metropolis” und ließ am Ende die Frage offen, ob die Figur des Rick Deckard (gespielt von Harrison Ford) nun selber ein Replikant ist, oder nicht. Der später entstandene Director’s Cut liefert zwar eine mögliche Erklärung nach, räumt aber dennoch nicht alle Zweifel aus.

Der letzte Film aus meiner persönlichen Reihe ist die Disney-Produktion “Tron”, ebenfalls aus dem Jahr 1982. Oscar-Gewinner Jeff Bridges spielt Kevin Flynn, der in seine Atome zerlegt wird und sich im Inneren eines Computers wiederfindet. In furiosen Action-Sequenzen geht es dem digitalen Fiesling mit dem Kürzel MCP (Master Control Program) an den Kragen. Die titelgebende Figur wurde mit Bruce Boxleitner besetzt, bekannt aus der Serie “Agentin mit Herz” und später ein Teil von “Babylon 5″. Am 3. Dezember läuft übrigens mit “Tron Legacy” der Nachfolger in den Kinos an; natürlich in 3D.

Erstellt am Freitag 16. April 2010
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indiana jones – nachtragretweet

Eine Fortsetzung im Kino hat es dann auch noch gegeben; allerdings mussten Fans auf das Sequel ganze 19 Jahre warten. Die Gerüchte rund um das vierte Leinwandabenteuer von Indiana Jones sind nach Teil 3 nie wirklich verstummt und über die Anzahl der sich möglicherweise im Umlauf befindlichen Drehbuchfassungen verlor selbst der hartnäckigste Fan irgendwann den Überblick. Was dann 2008 in die Kinos kam, trug den Titel “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” .

Nach dem Gesetz der Serie transportierten die Produzenten ihren Helden um 20 Jahre in die Zukunft; und da die bisherigen Teile in den 30er Jahren gespielt hatten, waren nun also die 50er Jahre dran, anstelle der Nazis trifft Indiana Jones auf die Agenten des KGB. Auch wenn der Vergleich ein bisschen hinkt: Während sich die Superhelden-Filme rund um Batman und Superman in den vergangenen Jahren auf der Leinwand neu erfunden haben, versprühte das Indy-Universum in seiner Neuauflage nicht nur zeitlich den Muff der Wirtschaftswunderjahre; daran konnte auch der Möchtegern-Marlon-Brando Shia La Beouf nichts ändern. Anstatt die Geschichte auch für neue Zuschauer interessant zu machen, recycelte Drehbuchautor George Lucas bereits bekanntes Personal und inszenierte ein tränenreiches Wiedersehen mit Karen Allen, die im 1. Teil (“Jäger des verlorenen Schatzes”) als Marion Ravenwood dabei war.

Auch was die Logik der Handlung angeht, steht der vierte Teile ganz in der Tradition seiner Vorgänger. War es im zweiten Abenteuer noch (“Tempel des Todes”) der waghalsige Sprung aus einem Flugzeug, der bar jeder Logik die Helden in einem Gummiboot überleben ließ, stürzte sich im neuesten Indy die muntere Schatzsucher-Truppe mit einem klapprigen Flussdampfer in die Tiefe eines Wasserfalls. Und um der Ratio vollends den Gar auszumachen, wiederholt sich diese Prozedur auch noch mehrere Male.

Unübertroffen ist aber sicherlich der Anfang des Films. Es spricht ja nichts dagegen, dass eine Fortsetzung – gerade wenn sie knapp 20 Jahre auf sich warten ließ – mit einem ordentlichen Wums startet; aber warum bitte schön musste es ein Atomschlag sein, den der tapfere Held im Inneren eines Kühlschranks überlebt! Übrigens hat mich blog-Leser Pawel auf eine fantastische Filmseite hingewiesen, die sich auch mit diesem Phänomen beschäftigt; denn Indiana Jones mag eine noch so brilliante Abenteuer-Serie sein. Auch sie kommt nicht ohne “idiotische Momente” aus.

Erstellt am Samstag 3. April 2010
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