In diesem Tagen rückt er wieder in den Fokus der medialen Öffentlichkeit: der Rasen. Vier Wochen lang messen sich auf ihm die besten Mannschaften der Welt. Wer am Ende die Krone des Fußballs einheimsen wird, darüber können sich alle Bundestrainer – von denen wir ja in diesem Land ungefähr 82 Millionen haben - in den kommenden dreißig Tagen trefflich die Köpfe heiß reden, Tippspiele veranstalten oder aber mit der Bild-Zeitung die offizielle Verlautbarungspostille des traditionellen Ballsports lesen. Mir fällt an dieser Stelle ein schöner Spruch ein, dessen Urheber mir gerade entfallen ist: “Wenn wir schon nicht gewinnen können, treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.”
Bei diesen Aussichten würden wahrscheinlich viele Menschen in Deutschland einen kapitalen Schreikampf bekommen; sagt doch die Qualität des eigenen Rasens viel über den sozialen Status aus; andererseits gilt: je höher die Hecke, desto besser. Ich musste in diesen Tagen auch wieder mit dem Rasenmäher ans Werk. Leider besitze ich keinen “Männer-Rasenmäher” à la Binford 5000 (HoHoHo), sondern lediglich die Elektrovariante (aber ein kleines bisschen röhrt er doch). Nichtsdestotrotz gibt es wohl nichts nervigeres, als ein meterlanges Elektrokabel zwischen Wäschespinnen und Apfelbäumen entlang zu bugsieren.
Für mich ist das Rasenmähen eine Qual, und bei den so genannten Rasenkanten oder dem Einsatz eines Rasenkantenschneiders (!) mache ich persönlich nicht mit. Ich hätte auch nichts dagegen, eine prächtig gedeihende Wildblumenwiese in meinem Garten zu kultivieren, oder noch besser: gar kein Rasen. Ich bleibe lieber auf meinem Balkon und lasse den Rasen Rasen sein.
Erstellt am Sonntag 6. Juni 2010
Unter: Allgemein | Keine Kommentare »

Hasta la Vista, Baby!
Bevor Arnold Schwarzenegger beschloss, den Staat Kalifornien praktisch im Alleingang zu retten, hat er ein paar wirklich feine Kinofilme abgeliefert; wobei dem Austro-Amerikaner die Qualitäten eines Terminators sicherlich auch bei der Sanierung der Staatsfinanzen behilflich sein können; doch so brachial die Actionfigur auf den ersten Blick daherkommt, so ausgereift waren die Drehbücher. Die Charakterzeichnung des ersten Teils (“Terminator”, 1984) als holzschnittartig zu bezeichnen, käme sicherlich keiner Beleidigung gleich; Kampfmaschine hier – Beschützer dort. In Teil zwei (“Judgment-Day”, 1991) unter der Regie von James Cameron stellte sich die Sache schon differenzierter dar. Nun war es nicht der vermeindlich seelenlose Prügelautomat, der keinerlei Gefühle zeigte, sondern Linda Hamilton in ihrer Rolle als Sarah Connor, die sich zu einer weiblichen Amazone entwickelte und erstaunliche Racheglüste an den Tag legte.
Im Grunde haben die beiden Charaktere die Geschlechter getauscht; Arnie wurde zur “Mutterfigur” und Linda Hamilton zum eigentlichen Terminator des Films. Wer hätte einer millionenschweren Hollywoodproduktion ein Szenario zugetraut, das Jahre später sogar mal Lehrstoff eines Seminars über “gender studies” werden sollte; aber James Cameron war ja noch nie dafür bekannt, irgendwelche Kompromisse einzugehen. In diesem – wie auch in mindestens zwei weiteren Fällen (Titanic, Avatar) – hat ihm der Erfolg an der Kinokasse Recht gegeben.
Mit einer Produktion aus dem Jahr 2000 möchte ich die Rezension der auf film.bild.de verfügbaren Filme abschließen: auch in “The 6th Day” (Regie: Roger Spottiswoode) steht die Suche nach Identität und Wahrhaftigkeit im Mittelpunkt. In einer gar nicht so fernen Zukunft (wie ein Zwischentitel dem Zuschauer zu Beginn verrät) gehört das Klonen zum Alltag. Im Vorspann wird eine direkte Linie in die fiktive Gegenwart des Films gezogen: Im Jahr 1997 entfachte Klonschaf Dolly eine ethische Diskussion um die Grenzen der Machbarkeit, im Jahr 2000 erreichte die Wissenschaft einen Durchbruch bei der DNA-Kartierung und die Regierung (?) erlässt als Reaktion darauf – in der Realität des Films – das so genannte “6th Day-Law”, womit das Klonen zwar verboten, aber nicht komplett gebannt wird. Der Titel verweist übrigens auf ein Zitat aus der Genesis: “Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut, da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Arnold Schwarzenegger spielt in dem Film den netten Durchschnittstyp, dem alles Künstliche fremd ist. Zu Beginn bietet ihm die kleine Tochter eine Banane an: “Mit Sushigeschmack oder ne Stinknormale?” Darauf Arnie: “Gib mir die mit Bananengeschmack”.
The 6th Day
Erstellt am Freitag 26. März 2010
Unter: Allgemein | Keine Kommentare »