I am Bread

Dass der Videospieler mittlerweile in jede Rolle schlüpfen kann – und sei sie auch noch so absurd – haben wir ja mittlerweile verinnerlicht. OK: Als Landmaschinenprofi den Acker zu pflügen oder aber den Asphalt zwischen Flensburg und Garmisch mit dem Transporter aufzuwischen, mag noch einigermaßen plausibel sein; sich in den Pelz einer Ziege zu versetzen und allerlei Chaos zu stiften, vielleicht schon weniger. Der neueste Ableger dieser so genannten Alltags-Simulationen treibt den Wahnsinn nun allerdings auf die Spitze.

Wenn Bernd das Brot trifft!

Der Toast-Simulator ist nun als PC-Box, inklusive aller bisher entwickelten Erweiterungen, erhältlich und weder ein Schreibfehler noch ein verspäteter April-Scherz. Worum es bei diesem Spiel geht? Worum wohl: Die Spieler begeben sich mit einer frisch aufgeschnittenen Brotscheibe auf eine Reise mit dem Ziel, krosser Toast zu werden. Simulator-Fans und Backprofis dringen dabei in Dimensionen vor, die noch kein Brot zuvor betreten hat, um an dieser Stelle auch mal das Star Trek-Intro zu zitieren. I am Bread, vom britischen Entwicklerstudio Bossa Studios realisiert, stellt dem Spieler eine ziemlich gradlinige Aufgabe in der Gestalt, dass das Toast vom Ende eines Raumes zum anderen manövriert werden muss. Wände und Regale, Stühle und Tische stellen dabei herausfordernde Hindernisse für den ungerösteten Helden dar. Diese müssen in I am Bread erstmal überwunden werden, bevor der Toaster des Vertrauens zum ersehnten Hitzebad einlädt.

Story_ModeDie Odyssee des Toastbrots wird durch eine realistische Physik, die auf dem Weg liegende Objekte schwanken, kippen oder fallen lässt, erschwert. Plötzliche Abstürze, unfreiwillige Kontakte mit Spülwasser, Katzenstreu oder Speiseresten reduzieren zusätzlich den lebenswichtigen „Genießbarkeitswert“. Hiermit ist eigentlich gemeint, dass die virtuelle Kamera dem Spieler recht schnell auf den Geist geht und die ungelenke Steuerung für Frust sorgen kann. I am Bread mag ja nicht ohne einen gewissen Humor-Faktor sein, der neu ist und überrascht. Nach ein paar Stunden ist dieser allerdings alter Käse. Unter dem Strich bleibt ein fader Beigeschmack und die Erkenntnis, dass dies nicht wie geschnitten Brot über die Ladentheke gehen dürfte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.