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Horst Köhler tritt beleidigt zurück, Lena gewinnt den Eurovision Song Contest und Stefan Raab mutiert vom einstigen Schmuddelkind zum Über-Gottschalk. Die Nachrichtenlage ist ein Traum und eigentlich müsste sich dieser blog von allein füllen. Dennoch: Für große Abhandlungen bleibt im Juni keine Zeit; selbst das von mir so geliebte Kino liegt momentan brach. Ich habe in den vergangenen Jahren keinen einzigen Tim Burton Film auf der großen Leinwand verpasst – bis auf das dreidimensionale Alice im Wunderland (die Illustration, die ich für diesen Beitrag ausgewählt habe, ist ein Teil dieses fantastischen Universums).

Im Grunde müsste ich alle blog-Leser dazu aufrufen, mir eine Empfehlung für den nächsten Filmbesuch zu geben, wenn ich mich nicht in eben diesem Moment auf irgendeiner Bahnstrecke in Deutschland befinden würde. Was bringt es schon, nur ein kleines bisschen Kontinuität einzufordern, wenn sich das eigene Leben im Schleswig-Holstein-Express zwischen Flensburg und Kiel, im Nachtexpress nach Nizza oder auf einer skandinavischen Schotterpiste abspielt. Die unentwegte Bewegung – das Reisen – war immer ein bedeutender Teil meines Lebens; und an diesem Wochenende habe ich einen sehr plastischen Eindruck davon bekommen, was der “Schienenersatzverkehr” konkret bedeutet; ein Gemeinschafterlebnis der besonderen Art. Gestrandet mit etwa 200 Leuten auf einem kleinen Bahnsteig in Elmshorn – von dort weiter mit dem Bus nach Wrist. Ich habe in den letzten Monaten das nördlichste Bundesland im Schnelldurchgang kennengelernt; die großen Städte Flensburg, Lübeck, Kiel, Rendsburg und Neumünster, aber auch die kleineren Orte namens Itzehoe oder Horst (gibt’s wirklich im Landkreis Steinburg). Auch den Begriff “Zwischenbahnhof” kannte ich bisher noch nicht.

Erstellt am Samstag 5. Juni 2010 von Jari Wieschmann, Keine Kommentare »
Kategorie: Allgemein
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