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An dieser Stelle mache ich gerne Werbung für das Oldenburger Computer Museum, das vor einigen Tagen eine – ich würde sagen – “Lange Nacht der Piraten” auf die Beine gestellt hat. Hintergrund: Vor zwanzig Jahren veröffentlichte Lucasarts mit “Monkey Island” das wohl beste Adventure aller Zeiten. Doch die wackeren Freibeuter machten auch vor der großen Leinwand nicht halt und können auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Monkey-Island-Spiele stehen im Grunde zwischen zwei Filmwellen; es begann mit der großen Zeit des Cinemascope in den 1950er Jahren und endete (oder begann aufs Neue) mit Johnny Depp, der mit dem “Fluch der Karibik” das Genre praktisch im Alleingang zu einer neuen Blüte verhalf.

In den 1950er Jahren wehte durch Hollywood das Goldene Zeitalter der Piratenfilme; Errol Flynn spielte 1952 in dem wohl berühmtesten Cinemascope-Streifen “Gegen alle Flaggen” an der Seite von Maureen O’Hara. In den 1980er und 1990er Jahren war das Genre praktisch tot. Der Finne Renny Harlin wagte 1995 mit “Die Piratenbraut” einen Versuch, der das produzierende Studio an den Rande des wirtschaftlichen Ruins trieb. Erfolgreicher waren da die Adaptionen für diverse Heimcomputer. Welcher Spielenostalgiker erinnert sich nicht gerne an Sid Meier’s Klassiker “Pirates”, der 1987 in See stach und allen Fans ein “Open World”-Szenario lieferte, als dieser Begriff noch gar nicht geboren war.

Als Freibeuter konnte der Spieler die Karibik nach Belieben erforschen, Häfen plündern und Schiffe kapern und sich am Ende eines langen Seefahrerlebens an einem lauschigen Strand zur Ruhe setzen. Ich persönliche halte die Version für den C64 immer noch für die Beste; obwohl auch nahezu alle anderen Plattformen bedient wurden und sich die schicken Gold-Versionen natürlich nicht zu verstecken brauchen. Am Beginn der 1990er Jahre war dann die Zeit für einen weiteren Freibeuter gekommen: Gybrush Threepwood; ein Möchtegern-Pirat der Sorte Tollpatsch.

Seine Waffe war nicht der spitze Dolch, sondern das geschliffene Wort; legendär der Fluch-Contest, der von Boris Schneider (damals noch ohne den Namenszusatz Johne und heute ein Teil der Spieleveteranen) ins Deutsche adaptiert wurde. Auch der Kaugummi-Weitspuck-Wettbewerb wird treuen Fans noch in guter Erinnerung sein. Die überaus erfolgreiche Serie wurde fortgesetzt und heute gibt’s den Klassiker sogar auf dem Iphone und in einer Special Edition. Der Clou: Der User kann zwischen dem alten und neuen Grafikmodus hin- und herschalten.

Erstellt am Sonntag 20. Juni 2010 von Jari Wieschmann, Keine Kommentare »
Kategorie: Allgemein
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