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Auch wenn die allermeisten Leser die als “Musical” bekannte Bühnenform sicherlich als den größten Kitsch abtun würden: Das populäre Musiktheater hat seine großen Momente. Seit zwei Jahren läuft “Tarzan” in Hamburg und ist – und auch das haben fast alle Adaptionen gemeinsam – die Umsetzung eines Hollywoodfilms. Ob nun “König der Löwen“, “Tanz der Vampire”, “Sister Act”, “Dirty Dancing” oder der “Schuh des Manitu”: Die kommerzielle Verwertungskette wird über die Leinwand hinaus konsequent weitergesponnen und als Oper für die Massen in neuer Form gereicht.

Die Story des tapferen Urwaldhelden geht übrigens auf eine Geschichte des amerikanischen Autors Egdar Rice Burroughs zurück; der wiederum auf das populäre Motiv der “Wolfskinder” (Romulus und Remus, etc.) zurückgriff.  Die als Musical adaptierte Disney-Variante reichert den bekannten plot allerdings noch um die unvermeidliche Moral aus der Traumfabrik an. Den zuckersüßen Klangteppich lieferte kein geringerer als Genesis-Trommler Phil Collins. Am Ende schwingen sich Tarzan und Jane natürlich gemeinsam durch den Dschungel und besingen das Motto der zwei Welten – eine Familie. Das dreistündige Werk kommt mit prächtigen Kostümen daher und liefert eine durchweg gelungene Lichtdramaturgie; allerdings wird’s im zweiten Teil dann doch arg lang, bevor sich die beiden Helden im Lendenschurz endlich in den Armen liegen dürfen.

Erstellt am Montag 3. Mai 2010 von Jari Wieschmann, Keine Kommentare »
Kategorie: Allgemein
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